Die Wohnungskrise beschäftigt die Berliner_innen und ist im Wahljahr 2026 das Schlüsselthema. Doch welche Lösungen gibt es gegen Wohnraummangel und explodierende Mieten? Die Politik greift viel zu schwach in den Wohnungsmarkt ein, der Neubau kommt nicht voran, die Mietpreisbremse gilt nur für
Neuvermietungen. Daher braucht es einen großen Wurf, eine Vision, wie Berlin zu „unserer Stadt“ werden kann.
Die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände kann eine Voraussetzung dafür schaffen.
Vergesellschaftung ist machbar und finanzierbar!
Bundestagswahl 2017 - Befragung zur Wohnungswirtschaft - Gregor Gysi (DIE LINKE)
Die Antwort von Gregor Gysi (DIE LINKE)
Datum: Mon, 4. Sep 2017
Von: Gysi Gregor <gregor.gysi@bundestag.de>
Sehr geehrter Herr Keller,
vielen Dank für Ihre Nachricht vom August 2017. Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:
Zu 1.) Zunächst brauchen deutlich mehr sozialen Wohnungsbau und müssen den Mietspiegel ändern. Sämtliche Mieten müssen in den Mietspiegel mit aufgenommen werden und nicht nur die neuen Mieten, die regelmäßig Steigerungen enthalten. Außerdem sollte geregelt werden, dass für Vermieter jährlich die Inflationsrate zusätzlich zur Miete erhoben werden darf. Es darf Ihnen aber nicht gestattet werden, die Miete, zu erhöhen, nur weil eine Familie auszieht und eine andere einzieht. Das ginge nur, wenn dazwischen eine wirkliche Qualitätssteigerung der Wohnung stattfindet. Wenn eine Wohnung vermietet ist, müssen Qualitätssteigerungen und die damit verbundenen Mieterhöhungen im Einvernehmen mit den Mietern geschehen.
Zu 2.) Initiativen für Wohnungsgemeinnützigkeit unterstütze ich.
Zu 3.) Hinsichtlich der Förderung des sozialen Wohnungsbaus bin ich schon in meinem Wahlkreis Treptow-Köpenick aktiv.
Zu 4.) Die Spekulation könnte dadurch begrenzt werden, dass die Maßnahmen ergriffen werden, auf die ich bei der ersten Frage bin.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gregor Gysi